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Arendsee zeigt mehrere Gesichter


10. August, Arendsee

mh| Die Urlaubszeit verlangte uns Triathleten aus Merseburg schon vor dem Start in Arendsee große Anstrengungen ab. Schließlich konnte unser Stadtwerke Team Merseburg lediglich in der Minimalbesetzung von 3 Mann die weiteste Reise im Landesliga-Kalender antreten. Darüber hinaus kochen die sportlichen Ambitionen von Gerald Heckert und Michael Hartung derzeit wohl eher nur auf Sparflamme und der Dritte im Bunde, der sportlichste Koch Sachsen-Anhalts, Steffen Warias, steckt mitten in den Vorbereitungen für einen Ironmanwettbewerb im Herbst. So ging es für jeden eher um eine persönliche Standortbestimmung und die feste Absicht alle Mann über die Ziellinie zu bringen. Bloß keinen "Nuller" für das Team einfahren! Das sollte am Ende auch gelingen, jedoch wird der Wettkampf aus ganz anderen Gründen noch lange im Gedächtnis bleiben.   

23 Grad Celsius, Sonnenschein und eine aufgrund der gleichzeitig stattfindenden Polizeimeisterschaften eine in jeder Hinsicht bestens abgesicherte Strecke waren gute Voraussetzungen für den Start am Arendsee. Bei den direkten Vorbereitungen und dem Einrichten der Wechselzonen hieß es aber erst mal kühlen Kopf bewahren. Schließlich sollten die Wechsel vom Schwimmen auf das Rad und dann vom Rad zum Laufen an verschiedenen Orten stattfinden. Blöd, wenn dann die Schuhe im falschen Wechselgarten stünden! Doch alles sollte klappen und so erreichten wir Merseburger rechtzeitig mit knapp 150 anderen Startern die Abfahrt des Raddampfers zum Start inmitten des größten natürlichen Sees unseres Bundeslandes.

Anderthalb Kilometer vom Strand entfernt erfolgte der Sprung vom Dampfer ins kühle Nass. Das sich der Himmel während der kurzen Fahrt in ein sattes Grau verwandelt hatte, bemerkten in all der Hektik vor dem Startpfiff wohl nur wenige Starter. So ging es dann munter los, auch wenn die gesetzten Bojen nicht sofort zu erkennen waren. Aber wenn 300 Arme und Beine durch das Wasser wirbeln, ist das für einen Triathleten auch nichts Ungewöhnliches. Also erst einmal keine Panik! Jedoch wurde die Sicht nachdem sich das Feld sortiert hatte nicht wirklich besser. Vielmehr drückten die immer höher werdenden Wellen uns links von der Ideallinie ab. Glück für Michael das er als erster Merseburger das sich immer weiter aufschaukelnde Wellenmeer nach einer knappen halben Stunde verlassen konnte. Steffen und Gerald waren da noch im Wasser und die Bedingungen verschlechterten sich dramatisch. Schließlich mussten sogar 10 Sportler von den Kameraden der DLRG aus dem Wasser gezogen werden.

 

Wir Stadtwerker hatten inzwischen alle die 26 Stufen zum Wechselgarten prustend erklommen und befanden uns auf dem Rad. Dabei wurden wir erst einmal kräftig geduscht. Dicke Regentropfen prasselten aber auf alle Athleten und überfluteten die Straßen binnen Minuten. Gleichzeitig blitzte es immer wieder und so manchem kamen die Gedanken an einen Abbruch. Vorsichtig wurde jede kleinste Andeutung einer Kurve gefahren. Doch die ganze Wahrheit sollte an der Wendestelle kommen. Eine 180-Grad-Wende auf einer überfluteten Straße mit einem Rad auf 23 mm breiten Reifen verzeiht bekanntlich keinen Fehler. Wer zu schnell ankam oder zu spät bremste, der hatte bei den nassen Felgen und Bremsbelägen ein ernsthaftes Problem. Glücklicherweise hatten sich alle darauf eingestellt. In Runde 2 von 3 lies der Regen glücklicherweise nach und wenig später kam sogar wieder die Sonne heraus und trocknete die Straßen ab. Michael hatte seinen Vorsprung auf die Teamkollegen auf den zurückliegenden 40 Kilometern verteidigt und ging wiederum als erster Merseburger auf die abschließende 10-km-Laufrunde um den See.

Bei herrlichem Sonnenschein ging es immer am dicht beschatteten Ufer entlang. Bereits nach 2 Kilometern hatte Steffen gleich gezogen. Einem gemeinsamen Kilometer ließ er dann eine kleine Tempoverschärfung folgen und setzte sich ein wenig ab. Gleiches Spiel dann noch einmal nach 6 Kilometern mit dem Resultat, dass er das Rennen eine gute Minute vor Michael beenden konnte. Beide blieben dabei unter dem gesteckten Ziel von zweieinhalb Stunden. (Hoch)zufrieden warteten sie im Zielbereich bei Wasser und Melone auf den Dritten im Bunde. Schon bald sollte Gerald am Horizont auftauchen. Auch er hatte die letzten quälenden Stufen hinauf zum Marktplatz überlebt und schließlich die Ziellinie überquert. Angesichts der geringen Trainingsumfänge der letzten Zeit war er geschafft, aber ebenso zufrieden mit seiner Leistung. Und das Stadtwerke Team hatte sein Ziel maximale Punktzahl bei 3 Startern erreicht.

Auf der langen Heimfahrt wurden dann ausgiebig die Ergebnislisten ausgewertet und schon wieder die Reserven für den letzten Ligawettkampf in Löderburg in 2 Wochen ausgelotet. Vor allem aber ging es (bei den alten Männern) um das Wetter in den letzten Stunden. Solche Wetterkapriolen während eines Wettkampfs mit Sonne, Sturm und Regen hatten wir selten erlebt.

23 Grad Celsius und Sonnenschein...



Zurückaktualisiert: 2014/02/03

 
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