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36 Kurven zum Gipfel

Sachsen-Anhalts schwerster Triathlon


29. Juni 2008, Kelbra

mh| "Berg" und "Triathlon" - zwei Worte die einem an sich schon einen gewissen Respekt abringen. Und dann erst in Kombination, das muss doch was sein! Kurz gesagt: schon immer mal wollte ich am Kyffhäuser-Bergtriathlon teilnehmen. Die Gelegenheiten waren oft da, die (kleinen) Ausreden aber auch. Letztendlich war es in diesem Jahr dann aber doch so weit. Meine Freundin ließ mir keine Wahl mehr, setzte mich nach dem Frühstück ins Auto und schon stand ich am Stausee in Kelbra und war angemeldet.

Ohne große Ziele und Druck (und wahrscheinlich daher auch ohne großartiges Training) in die Saison gestartet, war ich nun also beim 8. Kyffhäuser-Bergtriathlon eingeschrieben. Start-, Wechsel- und Zielbereich befanden sich auf dem Gelände des Campingplatzes am Ufer des Kelbraer Stausees. Obwohl ich erst eine reichliche halbe Stunde vor Start ankam, waren der Wechselgarten und das Teilnehmerfeld recht überschaubar. Am Ende sollten es 41 Starter sein, welche sich ins Wasser wagten. Doch noch war es nicht so weit, erst einmal in Ruhe alles vorbereiten: Rad einchecken, Helm, Radbrille und Startnummer bereitlegen, Schuhe in die Pedale einklicken, den letzten Riegel essen und noch vieles mehr. Natürlich war ich mir meines Leistungsstands vollkommen bewusst und dementsprechend locker wollte ich diesen Tag sehen. Aber irgendwie gibt es dann kurz vor dem Start noch einmal den versichernden Blick in den Wechselgarten: habe ich wirklich an alles gedacht?

Auch diesmal bin ich wieder in den Neoprenanzug gekommen, auch wenn er (!) tatsächlich jedesmal enger zu werden scheint. Kurzes Einschwimmen, die letzten Gespräche und Scherze mit all den triathletischen "Sommerbekanntschaften" der letzten Jahre, die gewohnte Ruhe vor dem Sturm... und schon ging es los: anderthalb Kilometer Schwimmen.

Schwimmen ist nun nicht gerade meine Schokoladendisziplin, aber irgendwie macht es trotzdem Spaß. Zumal das Starterfeld klein war, ging es anfangs auch wirklich ganz ruhig zu: irgendwo da vorn war die orangefarbene Boje, welche wir, unterbrochen von einem kurzen Landgang, zwei Mal zu umrunden hatten. Doch was war das? Auf einmal waren da Wellen und von der Boje nicht mehr viel zu sehen. (Hätte man sich doch schon vorher denken können, dass der schützende Steg zu Linken nicht unbegrenzt reicht!) Es folgte nun Welle auf Welle. Im ständigen Auf und Ab gingen meine Kraulschläge ins Leere oder schlugen schon viel zu früh ins Wasser. Kurz nach der ersten Bojenumrundung nahm ich zu allem Überfluss auch noch eine gehörige Portion des Stauseewassers zu mir. Ich musste anhalten und im Anschluss wirklich kämpfen. Irgendwann war ich wieder am Strand, absolvierte meinen kurzen Landgang und schwamm die zweite Runde ohne Probleme. Gefühlsmäßig lag ich im hinteren Drittel des Feldes, real war es Platz 18.

Der Wechsel lief an sich recht glatt: der Neo flutschte vom Körper, schnell waren Helm und Rad gegriffen. Es konnte los gehen! Doch irgendwie kam ich nicht recht mit meinen Schuhen in die Pedale, so dass mir die erste "Steigung" in der Wechselzone schon zum Verhängnis wurde und ich die ersten 20 m der Radstrecke schieben musste. Schöne Bescherung, denn die wahren Anstiege lagen ja noch vor mir.

Noch vor der ersten der vom Veranstalter angedrohten 36 Kurven hatte ich einige Konkurrenten "kassiert". Die Strecke hoch zum Kyffhäuser war ich schon öfter gefahren. Ich wusste also was kommt. Zusätzlich gaben die Straßenschilder am Rand bereitwillig Auskunft - noch 3 km. Nun sollte es etwas dauern, bevor der nächste Radfahrer vor mir auftauchen sollte. Die sich ausruhenden Motorradfahrer (Wovon?) am Straßenrand trugen ihren Teil zur Ablenkung bei. Doch mit jeder Kurbelumdrehung näherte ich mich dem Gipfel - nur noch 1,5 km. Aber auch die vergingen wie im Flug, als ich vor mir doch noch das nächste Radtrikot sah.

In der letzten Kurve vor dem Gipfel hatte ich wieder eine Position gut gemacht. Nun sollte es eine ganze Zeit bergab gehen. Welch eine Belohnung mit über 60 km/h über die Straßen zu fliegen!? Dennoch war nicht einmal die Hälfte der Strecke geschafft. Auch der Rest sollte es in sich haben, denn einfach nur mal flach gerade aus gab es nicht: entweder hoch oder eben wieder runter. Nachdem ich mich Stück für Stück nach vorn gekämpft hatte, sollte mich doch tatsächlich noch auf den letzten Radkilometern ein Sportfreund überholen und konnte mich auch anfangs abhängen. Doch schon bald kam ich wieder näher und stellte mich schon innerlich auf ein Laufduell ein.

Doch dazu sollte es (zwischen uns) nicht kommen. Als 13. nach 40 Radkilometern angekommen, ging ich aufgrund eines viel besseren Wechsels vor ihm auf die Laufstrecke und konnte mich so nach vorn orientieren. Dort lief der alte Haudegen Hans-Peter Beßler vom USV Halle. Da musste doch noch was zu machen sein! Und richtig: nach knapp der Hälfte der 4 zu laufenden Runden hatte ich den Abstand mehr als halbiert. Es lief. - Aber eben leider nur bis Runde 3. Nun drehte Hans-Peter noch einmal auf und ich konnte nicht wirklich kontern. Beim zieleinlauf hatte er den alten Abstand zwischen uns wieder hergestellt und lief verdientermaßen vor mir ins Ziel.

Am Ende war ich mit Platz 12 zufrieden, auch wenn 2 Stunden und 24 Minuten bei 20 Minuten Rückstand auf die Spitze nicht so berauschend klingen. Der Triathlon an sich hat richtig Spaß gemacht und das ist es doch, was am Ende zählt!

Nun habe ich also auch beim Kyffhäuser Bergtriathlon eine Hausnummer und ich komme ganz sicher mal wieder. Denn der ein oder andere Platz weiter vorn ist noch drin, aber eben nicht in diesem Jahr.

Michael Hartung



Zurückaktualisiert: 2014/02/03

 
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