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Heiner... nicht zu fassen!


Durch den Glutofen von Stendal


10. Juli 2010, Stendal

mh| Die Superlative von gestern sind heute schon längst überholt. Wer dachte, dem heißen Wetter beim Kyffhäuser Bergtriathlon in der Vorwoche könne keine Steigerung mehr folgen, hatte nicht mit der Hitzeschlacht von Stendal gerechnet. Bei Temperaturen von weit über 30 °C zeigte unser Stadtwerke Team Merseburg seine beste Saisonleistung und erhielt sich zu Saisonhalbzeit eine kleine Chance auf den 3. Platz in der aktuellen Landesligasaison.

Das Waldbad Wischer ist für Badegäste und Zuschauer des 22. Altmark Triathlon inmitten von Kiefernbäumen und Altmarksand nahezu perfekt gelegen. Jedoch sollte diese Kombination einige Athleten an diesem Tag noch auf eine schmerzhafte Probe stellen.

Zunächst kam mit dem Schwimmen jedoch der angenehme Teil des Tages: 1,5 km Abkühlung pur. Unsere besten Starter hielten sich zunächst alle in der ersten Gruppe des 74-köpfigen Starterfelds auf, wobei Heiner Michael kräftig dirigieren musste, damit beide nicht völlig vom Kurs abkommen. Auf dem Weg von Boje 1 zu Boje 2 galt es für Michael dann schon, die Füße von Heiner nicht zu verlieren. Doch nach der nächsten Richtungsänderung war es aufgrund leichter Orientierungsschwierigkeiten so weit. Im späteren Verlauf konnten lediglich Carlo und Heiner mit den Spitzenleuten mithalten. Michael folgte mit dem obligatorischen Respektsabstand. Thomas B. schwamm die 2 Runden locker nach Hause, ehe Daniela und Bernd ebenso wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

Beim ersten Wechsel schon kam es zu den angedeuteten Problemen. Die nassen Füße waren vom Lauf zur Wechselzone voller Sand. Die akribisch bereit gelegten Handtücher und Wasserschüsseln halfen nur bedingt, denn der Sand war ja überall und wer trocknet sich im Wettkampfeifer richtig ab!? Um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren, gingen also die Meisten mit Sand in Strümpfen oder Radschuhen auf die Strecke. Manche auch ohne Transponder, welcher nach dem Schwimmen angelegt werden sollte. Das fiel Carlo aber erst wieder ein, als er beim Überlaufen der Kontaktmatten ohne „Biep“ mit unmissverständlichen Gesten zurückgeschickt wurde. Somit war sein Vorsprung vom Schwimmen innerhalb kürzester Zeit aufgebracht.

Der Fahrtwind brachte für keinen Fahrer eine entscheidende Abkühlung. Irgendwie war er da, aber er war sauheiß! Wer aus Gewichtsgründen eine Trinkflasche eingespart hatte, sollte diese Entscheidung bald bereuen, denn für die 43,5 km lange Strecke durch den Glutofen der Altmark waren an diesem Tag deutlich mehr als 1 Stunde notwendig und die (Wasser-)Verbrauchswerte lagen mindestens im Bereich eines amerikanischen Pickups. Insbesondere Heiner konnte hier aber aus Sicht des Stadtwerke Teams überzeugen und hielt die Kette ziemlich weit rechts. Während Carlo nun langsam zurückfiel, rückten Michael, Jürgen und auch Thomas nach.

Mit der besseren Radzeit war Jürgen zu Michael aufgefahren und so gingen sie unmittelbar nacheinander in die Wechselzone hinein und auch wieder hinaus. Zwischendrin das leidige Thema mit den Schuhen und dem Sand. Beide machten sich nun also auf die gemeinsame Jagd nach dem Teamkameraden, welcher gute 5 Minuten oder 1 km Vorsprung hatte. Nur wenn alles, im wahrsten Sinne des Wortes, 10 km lang gut laufen sollte, bestand noch eine kleine Chance ihn einzuholen. Doch dieser Plan war bereits nach den ersten Laufmetern überholt! Die drückende Hitze und der reibende Sand in den Schuhen machten jede Bewegung nahezu unerträglich. Dankbar wurde jede Verpflegungsstelle und jede Gartendusche der Anwohner von Wischer mitgenommen. (Dafür uneingeschränkten Dank. Da spielte es auch keine Rolle, dass manches Wasser vom Friedhof kam!)

Als 14. erreichte Heiner schließlich das Ziel. Trotz blutender Zehe mehr als 5 Minuten vor seinem Bruder Jürgen, welcher Michael nach einem schönen Laufduell mit mehrmaligem Führungswechsel doch noch in die Schranken verwies - Platz 20 und 21. (Schade nur, dass sich dies alles jenseits der 5-Minuten-Marke abspielte!)
Aber so ging es ja (fast) allen: Thomas lief (selbst-)gefühlt auch in diesem Bereich, brauchte dann aber doch noch 10 Minuten länger. Gleiches galt für Bernd, dessen Laufzeit dann aber immer noch für Carlo reichte, welcher sich wiederum kurz vor Daniela platzierte.

Das Wichtigste an diesem außergewöhnlich heißen Tag war jedoch, dass alle Merseburger und auch alle anderen Starter wieder gesund im Ziel ankamen oder rechtzeitig aufgaben. So einen Triathlon und solche Plackerei hatten wohl auch die „Alten“ ganz selten erlebt!
Ganz nebenbei erreichten wir als Team den 3. Platz, welcher am Ende der Saison noch von großer Bedeutung sein können.

Am späten Nachmittag konnte Flori beim Sprint übrigens noch einen AK-Sieg "aus dem Ofen holen".



Zurückaktualisiert: 2014/02/03

 
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